In der Pandemie – sollen die Kinder zur Schule?
Was ist das Beste für alle Beteiligten?

Während Corona – wie verträgt sich die Krebstherapie eines Elternteils mit dem Schulbesuch der Kinder? Wie groß ist die Gefahr sich zu infizieren und das sowieso belastete Immunsystem noch mehr zu strapazieren? Sollen die Kinder zuhause bleiben oder hilft ihnen der schulische Alltag, um die Situation zu bewältigen?

Die Betroffenen spüren den Druck. Einerseits möchten sie einen optimalen Therapieverlauf. Andererseits sollen die Kinder nicht unter ihrer Krankheit leiden und Halt im Alltag finden. Außerdem sind die Partner der Erkrankten oftmals berufstätig und auf die Betreuung der Kinder angewiesen. Onkologische Spitzenzentren* (Comprehensive Cancer Center) haben hierzu eine Befragung unter Krebsexperten durchgeführt.

Krebsart, Verlauf und Lebenssituation entscheidend

Die jeweiligen Lebens- und Krankheitssituationen der Patienten entscheiden. Wer mit Hautkrebs beispielsweise nur lokal begrenzt behandelt wird, hat ein wahrscheinlich weniger stark beeinträchtigtes Immunsystem. Wer hingegen eine Immun- oder Chemotherapie erhält, weil er oder sie an Leukämie erkrankt ist, sieht dies anders. Hier ist die Körperabwehr stark eingeschränkt. Die Betroffenen sind hin- und hergerissen, und das Gespräch mit dem behandelnden Arzt erleichtert den Entscheidungsdruck. Deshalb empfehlen die Experten den Eltern dringend, den Onkologen bei ihrer Entscheidung hinzuzuziehen. Die Mediziner tendierten aktuell eher dazu, einen Schul- und Kita-Besuch weiter zu ermöglichen.

„Stabile Alltagsabläufe aufrechtzuerhalten, gehört, wie die offene Kommunikation, in den Familien für Kinder zu den wichtigsten Voraussetzungen, um die elterliche Krebserkrankung gut bewältigen zu können. Andererseits sollten Eltern und Kinder aber mit dieser Entscheidung nicht allein gelassen werden, da dies zu immensem Druck und Schuldgefühlen führen kann“, sagt Dr. Andrea Petermann-Meyer, Leiterin der Psychoonkologie an der Uniklinik RWTH Aachen, die im Verbund der Onkologischen Spitzenzentren Aachen-Bonn-Köln-Düsseldorf (CIOABCD) die Studie „Familienscout“ durchführt. Diese hat das Ziel, die Lebenssituation von Familien mit einem an Krebs erkrankten Elternteil zu verbessern.

Zu Ihrer Information
Lesen Sie hier mehr über die Initiative "Familienscout", die Familien mit einem krebserkrankten Elternteil unterstützt. 

 * Die Deutsche Krebshilfe hat diese Zentren initiiert und fördert sie.

  Stand: November 2020

Autorin: Claudia Schneebauer

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